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BLIND LEMON JEFFERSON
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 BLIND LEMON JEFFERSON

Der Orpheus des Country-Blues © Al Cook 2003

Ich will nun über meinen absoluten Favoriten unter den frühen Country-Blues Sängern berichten. Dieser Mann und seine Musik ist heute bis auf den vagen Bekanntheitsgrad selbst unter spezialisierten Blues und Oldtime-Jazz Fans eine rätselhafte Figur geblieben, die aus einer anderen Galaxie zu stammen schien. Blind Lemon Jefferson als Gesamtkunstwerk ist einfach zeitlos. Das einzig verbürgte Foto zeigt einen aufrecht, fast in Erstarrung verharrenen beleibten Mann, dessen geschlossene Augen durch eine randlose Brille durchaus wach die Welt zu sehen vermochten. Rätselhafterweise ist die Brille aber durchsichtig und nicht schwarz, wie sie Blinde Menschen normalerweise tragen. Unbestätigte Berichte sagen, daß Lemon Jefferson nicht immer blind war und offensichtlich über etwas Restlichtsensibilität verfügte. War er Typ Eins-Diabetiker, der infolge seiner relativen Fettleibigkeit an den Spätfolgen dieser tückischen Krankheit erblindete und schließlich starb. Sogar in jüngster Vergangenheit war der Diabetes nicht optimal beizukommen. Meine Mutter starb nach einer diabetesbedingten Beinamputation an Leberzirrhose und war auch im Begriffe, an Grauem Star zu erblinden. Als Blind Lemon Jefferson in der Silvesternacht 1929-30 tot unter einer Schneedecke gefunden wurde, die der harte Chicagoer Winter über ihn legte, war er längst zur lebenden Legende der schwarzen Volksmusikkultur des alten Südens geworden. Da Todesfälle unter den Schwarzen in den seltensten Fällen sonderlich beachtet wurden, existieren von Blind Lemon weder behördliche Totenscheine, noch Autopsieberichte oder Zeugenaussagen über dessen Ablebensumstände.